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Deutschland - Kanada 4:1
Begonnen hatte alles mit dem deutschen Eröffnungsspiel gegen Kanada. Kanada wurde im Vorfeld als der stärkste deutsche Gruppengegner gehandelt, was sich im Nachhinein auch als korrekt erwies. Das deutsche Spiel gegen die Kanadierinnen hatte zwei völlig unterschiedliche Seiten. Dier erste Halbezti war ziemlich schlecht, doch das Team steigerte sich und spielte in der zweiten Hälfte schönen Fußball. Hier eine genaue Analyse, die auch schon im Forum zu lesen war.
4. Minute: Silke Rottenberg tat mir da schon leid, als die Abwehr geschlafen hat (schon das zweite oder dritte mal dieselbe Situation), und drin war er, unhaltbar. Okay, so musste die deutsche Mannschaft einem 0:1-Rückstand hinterher laufen. 9. Minute: Birgit Prinz vergibt zum ersten mal eine Chance, die sie sonst problemlos rein macht. 16. Minute: Steffi Gottschlich böse gefoult, aber der Freistoß brachte nichts ein 18. Minute: Prinz vergibt die nächste 100%ige nach Flanke von Meinert 20. Minute: Steffi Gottschlich muss schon wieder hart einstecken, ihr ist zum Glück nichts passiert. Der Freistoß brachte wieder nichts. 22. Minute: Meinert mit schlechtem Schussversuch aus ca. 40 Metern. 26. Minute: Leichtsinnsfehler in der deutschen Abwehr, gefährlich, aber Rottenberg ohne Probleme. 26. Minute: Gottschlich zu ungenau beim Torschuss mit dem rechten Fuß nach Pass von Meinert. 38. Minute: Endlich mal ein richtig guter Angriff über Ariane Hingst, und dann der Handelfmeter, der wirklich einer war und außerdem so beabsichtigt war, dass es eine Karte hätte geben müssen. Damit wäre Hooper mit gelb-rot geflogen. Wiegmann übernimmt die Verantwortung, schiebt den Ball ruhig zum Ausgleich ein. Hat Le Blanc ganz schön verladen....
Einzelkritik der ersten Halbzeit: Rottenberg hatte nicht viel zu tun, sah aber bei der Strafraumbeherrschung nicht so sicher aus wie in letzter Zeit gewohnt. Beim Gegentor hatte sie keine Chance. Linda Bresonik schrecklich nervös, bei ihr hat gar nichts funktioniert. Nicht mal ein kurzer Pass über 5 Meter kam an. Das war grauenhaft. Minnert wie immer sicher, durch einen Schlag auf den Kiefer gehandicapt, hat aber durchgehalten und sich gut behauptet. Stegeann war emsig wie immer, ist viel gelaufen und hat die Bälle hinten raus gehauen, war aber offensiv nicht so effektiv wie sonst. Keine Flankenläufe. Ariane Hingst war konstant, zwei schöne Läufe nach vorne und die Vorbereitung zum Elfmeter. Renate Lingor verstolperte alles, was ihr vor die Füße fiel. Die Ecken und Freistöße hätte man sich komplett sparen können. Jones sehr unauffällig, ohne Impulse nach vorne, aber sicher im Stellungsspiel, keine negativen Auffälligkeiten. Maren Meinert ging meiner Meinung nach ziemlich unter, von ihr habe ich mir viel viel mehr erwartet. Die Pässe kamen nicht an, die Zweikämpfe wurden so gut wie alle verloren. Nur eine einzige Flanke und ein Pass. Wie sie nach einer solchen ersten Halbzeit zur besten Spielerin werden konnte, ist mir ein Rätsel. Bettina Wiegmann war bemüht, aber konnte das Spiel nicht beruhigen. Keine Ideen, aber die Nerven behalten beim so wichtigen Elfmeter. Steff Gottschlich sehr fleißig, setzte sich oft durch, nur im Abschluss leider zu überhastet bzw. ungenau. Ansonsten aber für mich die beste Deutsche der ersten Hälfte. Birgit Prinz zwar am Rackern, aber ohne Glück und vergibt auch zwei hundertprozentige Chancen. Die macht sie normalerweise.
Alles in Allem: die erste Halbzeit bis kurz vor Schluss grottenschlecht, die Ecken kamen nicht an, die Freistöße waren weder kreativ noch präzise noch gefährlich. Die Bälle wurden zu lange gehalten und es wurde zu viel in Zweikämpfe gegangen, die dann verloren wurden. Die Chancen waren eher Zufallsprodukte. Erst kurz vor der Halbzeitpause wurde das deutsche Spiel besser, druckvoller, ruhiger, sicherer.
So, nun die zweite Halbzeit, in der die deutschen Frauen nicht wieder zu erkennen waren, zum Glück.
46. Minute: Steffi Gottschlich köpft überlegt nach einem klasse Flankenlauf von Maren Meinert zum 2:1 ein. 47. Minute: Abseits von Birgit Prinz, wäre eine aussichtsreiche Position gewesen 58. Minute: schön auf links durchgesetzt, aber Flanke ins Nichts 59. Minute: Schuss Meinert, aber vorbei 62. Minute: Prinz versiebt die 3. 100%ige nach Vorarbeit von Wiegmann 63. Minute: Hingst klärt vor Sinclair. 64. Minute: Künzer kommt für Hingst. 66. Minute: Wiegmann holt den Ball mit rechts aus der Luft, täuscht einen Schuss mit rechts an, legt sich den Ball auf links und schießt nicht weit vorbei. 72. Minute: Garefrekes für Lingor 72. Minute: ein kanadischer Eckstoß segelt gefährlich durch den deutschen 5-Meter-Raum. 73. Minute: Freistoß Kanada, zwei Kanadierinnen verpassen knapp. 74. Minute: Meinert bedient Prinz mustergültig mit einer Flanke von links, Birgit Prinz köpft ganz stark ein. Somit steht es 3:1 76. Minute. Garefrekes legt Meinert perfekt auf, doch die schießt knapp über die Latte 80. Minute: klasse Pass von Künzer auf Garefrekes, die es direkt versucht. Der Ball wird von der Torhüterin ins Aus gelenkt. 84. Minute: Abschlag Rottenberg, Garefrekes geht drauf, Kanada kriegt den Ball nicht unter Kontrolle, aber sperrt Garefrekes auch so geschickt, dass dise nicht ran kommt 87. Minute: ein klasse Schuss von Meinert wird von Le Blanc gerade noch pariert 88. Minute: Künzer mit einer Chance nach Ecke von Prinz, aber abgeblockt 89. Minute: Wiegmann spielt von der Torauslinie den Ball in die Mitte, Prinz verlängert auf Meinert, doch deren Schuss trifft die Latte und springt ins Feld zurück. 92. Minute. Garefrekes erkämpft sich den Ball, spielt auf Stegemann, die passt zurück in die Mitte auf Garefrekes und der Ball ist nochmal drin, 4:1
Einzelkritik: Rottenberg: da kann man nichts sagen, nahezu ungeprüft, und wenn, dann sicher. top. Minnert: ohne Probleme, gut. Stegemann: stärker als in der ersten Hälfte, mehr Druck nach vorne, und hinten trotzdem absolut routiniert und sicher. 4:1 aufgelegt. Hingst: wieder ein guter Lauf nach vorne, der die Kanadierinnen überforderte. Stark, bis sie wegen einem Schlag auf die Brust raus musste. Bresonik: klasse, gute Ideen, Druck nach vorne, hinten sicher. Wiegmann: traute sich mehr zu, wurde auch stärker, verrannte sich aber trotzdem noch einige male. Meinert: Vorarbeit zum 2:1 und zum 3:1, was will man mehr. Gute Zweikampfbilanz. Lingor: unauffällig, nicht besonders effektiv, zu wenig Ideen. Freistöße und Ecken nicht wie gewohnt, aber solider als in Hälfte 1. Jones: nach wie vor ohne Probleme, aber auch nichts Besonderes abgeliefert. Als sie in die Abwehr rückte, wurde diese noch stärker. Gute Leistung. Gottschlich: machte gleich nach ein paar Sekunden das 2:1, klasse gemacht, richtig gut platziert. Den Rest des Spiels sehr fleißig, da das ganze Team aber stark wurde, nicht mehr ganz so auffällig. Prinz: ihre Arbeit hat sich wieder gelohnt, ein klasse Kopfball, ganz stark gemacht. Gutes Spiel, viel gelaufen. Künzer: gut nach vorne, sicher nach hinten, nur diese Ohren ;-) Garefrekes: da kam Schwung ins Spiel, schnell, überlegt, perfekte Zweikampfbilanz, viel vorbereitet (auch wenn nicht vollstreckt wurde) und ein Tor gemacht. Mehr kann man aus einer so kurzen Zeit auf dem Platz nicht machen.
Alles in Allem: die Deutschen attackierten früher, gewannen die Bälle und ließen sie sich nicht so einfach wieder abnehmen. Es wurde ruhig und sicher gespielt, das Selbstvertrauen war wieder da. Gegen Ende war man sogar richtig kreativ.
Deutschland - Japan 3:0
Nach dem Auftaktsieg konnte man erst ein mal beruhigt durchatmen, der stärkste Gruppengegner wurde schon geschlagen. Als nächstes stand dann Japan auf dem Programm. Japan hatte Argentinien mit 6:0 besiegt, und so war man gewarnt und unterschätzte den Gegner nicht.
Zusammenfassung des Spiels Deutschland-Japan: Ordentliches Spiel, die erste Halbzeit war stärker als die zweite, es wurde konsequentes Pressing gespielt. Japan kam erst in der zweiten Hälfte zu wirklichen Torgelegenheiten. Deutschland war klar überlegen, obwohl Japan sich gegen Ende einige Möglichkeiten erspielte. Die Deutschen nahmen zu diesem zeitpunkt zu sehr das Tempo und den Druck aus dem Spiel.
Das Spiel im Einzelnen: 9. Minute: starker Schuss von Lingor aus halbrechter Position, die daraus resultierende Ecke (Gottschlich) nach einer Faustabwehr der Torhüterin wird von selbiger mühelos heruntergefischt. 12. Minute: Flanke Meinert, Kopfball Minnert, aber vorbei 13. Minute: Im deutschen Strafraum prallen eine japanische Stürmerin und Rottenberg zusammen, Hingst kann sich noch wegducken. Sah im ersten Moment gefährlich aus 15. Minute: Meinert spielt auf Garefrekes durch die Gasse, Garefrekes leitet auf Prinz im Strafraum weiter, die dreht sich, doch der Schuss ist zu kraftlos 20. Minute: Nach einer Ecke pariert Rottenberg auf der Linie ohne Probleme 21. Minute: Ein langer Pass von Meinert auf Prinz, aber zu ungenau 22. Minute: Klasse Flanke von Birgit Prinz, allerdings ist Keiner im Strafraum, der sie annimmt. Gottschlich erläuft den Ball, Pass zu Minnert, Flanke auf Garefrekes, die den Pfosten trifft. Garefrekes Nachschuss landet in den Armen der Torhüterin. 23. Minute: Flanke von Garefrekes, doch Gottschlich köpft vorbei 23. Minute: Ecke Gottschlich, die kommt haargenau auf Meinert, doch Maren Meinert trifft per Kopf nur die Latte. Von dort prallt der Ball in Richtung Minnert ab, die den Ball mit links volley ins lange Eck drischt. 1:0 25. Minute: Birigt Prinz erkämpft sich den Ball im gegnerischen Strafraum, wird aber zurückgepfiffen (Handspiel) 30. Minute: ein japanischer Ball in die Spitze, aber Abseits. Rottenberg sah schlecht aus in dieser Situation 35. Minute: Auf der Außenbahn wird Sandra Minnert verladen, doch die Flanke ist kein Problem für Rottenberg 36. Minute: Pass von Meinert auf Prinz, die mit Übersicht den Ball ins lange Eck schiebt. 2:0 41. Minute: Nach einer japanischen Ecke landet der abgefälschte Ball auf dem Tor, nicht drin 43. Minute: Prinz schießt kanpp am rechten Pfosten vorbei 45. Minute: Nach einer guten Kombination von Wiegmann und Garefrekes ist nur noch ein japanischer Fuß im Weg
Halbzeitpause
47. Minute: Eine deutsche Ecke fliegt durch die Hände der Torhüterin, aber es wird auf Foul entschieden 48. Minute: Nach einer Ecke von Lingor trifft Meinert erneut per Kopf die Latte 54. Minute: Doppelwechsel Japan 57. Minute: Freistoß von Lingor auf Prinz, aber zu ungenau vors Tor 60. Minute: Verletzungsbedingt muss Japan schon zum dritten Mal wechseln 63. Minute: Rottenberg problemlos nach einem langen Pass in die Spitze. 64. Minute: Das Spiel beginnt ;-) Sandra Smisek kommt für Stefanie Gottschlich 66. Minute: Ein Presschlag von Wiegmann auf Höhe der Mittellinie dient als Vorlage für Birgit Prinz, die den Ball mit links volley verwertet. 3:0 70. Minute: Japan kommt vor das deutsche Tor, doch der Schuss von der Strafraumgrenze geht weit am Tor vorbei 72. Minute: Linda Bresonik kommt für Ariane Hingst 74. Minute: Smi blockt kurz vor dem Tor einen japanischen Schuss vor Rotti ab, der Nachschuss geht drüber. Das war die beste japanische Chance 75. Minute: Wir notieren den ersten Fehlpass von Steffi Jones. Klasse Leistung!!! 78. Minute: wieder ein guter Schuss von Japan, geht knapp drüber 78. Minute: Nia Künzer kommt für Bettina Wiegmann 80. Minute: Künzer sieht gelb nach einem Foul, mit dem ein Freistoß aus gefährlicher Position verursacht wurde. Der Freistoß jedoch ist viel zu hoch. 83. Minute: Rottenberg pflückt eine Flanke ganz locker herunter 89. Minute: Garefrekes mit einer Flanke auf Prinz, aber deren Kopfball war nicht besonders berühmt. 90. Minute: Meinert will ihr Tor und versucht es mit einem guten Sololauf, doch der Abschluss ist zu ungenau und der Ball geht rechts vorbei
Ende
Einzelkritik: Rottenberg: Eine Unsicherheit bei einer Abseitsposition, ansonsten makellos. Viele Rückpässe (früher ihr größtes Manko) sicher weitergeleitet. Jones: Super Spiel. Mit zwei Fouls begangen, dann unauffällig, absolut sicher, brachte viel Ruhe ins Spiel. Der erste Fehlpass in Minute 75., das muss man erst mal nachmachen Minnert: Sicher im Stellungsspiel. Einmal übelst vernascht worden, ansonsten ohne Probleme. Offensiv bemüht, geniales Tor Hingst: nicht so offensiv wie gegen Kanada, hinten sicher, keine negativen Auffälligkeiten. Stegemann: viel offensiv gemacht, hinten abgeklärt wie immer, nahezu fehlerfrei. Hat mir gut gefallen. Bresonik: recht unsicher, war aber auch nicht einfach, da noch ins Spiel zu kommen... keine groben Fehler Künzer: gefährlichen Freistoß verursacht, aber ansonsten passables Spiel. Wiegmann: nicht ihr großes Spiel, trotz Jubiläum (150. Spiel), aber eine Vorlage (wenn auch unfreiwillig), viel Einsatz, viel Übersicht. Meinert: fleißig, zwei mal Latte, gutes Spiel, wenig Fehler. Viel Laufbereitschaft Gottschlich: Nicht so auffallend gut wie beim letzten Spiel, aber troztdem gute Leistung, Druck nach vorne, gute Ecken Lingor: viel besser als im letzten Spiel, Ecken viel besser, Freistöße noch zu ungenau. Keine Ideen, aber defensiv sicher und viel gelaufen Smisek: zu wenig offensiv, aber stark in der Defensive, viel Kampf. Man hat mehr erwartet Garerfekes: starkes Spiel, viel Druck nach vorne, viele Kombinationen, besonders mit Wiegmann und Stegemann, glücklos im Abschluss (Pfostentreffer). Prinz: hat sich immer wieder durchgesetzt, zwei Tore, besser gehts nicht.
Nach dem Spiel gegen Japan stand Deutschland bereits sicher im Viertelfinale, im letzten Gruppenspiel gegen Argentinien musste nur noch der erste Gruppenplatz gesichert werden. Und ein Sieg gegen Argentinien schien Formsache, auch ohne Linda Bresonik, die um die Heimreise gebeten hatte.
Deutschland - Argentinien 6:1
Analyse des Spiels gegen Argentinien in der Kurzfassung: Unsere Mädels waren einfach nur mittelmäßig gegen trotzdem total überforderte Argentinierinnen! Die Schiedsrichterin war eine Katastrophe, die hat normale Zweikämpfe ständig abgepfiffen und es gab grundsätzlich Freistoß für Argentinien! Vielleicht wollte sie den armen Südamerikanerinnen nicht ganz den Spaß am Spiel verderben. Was Meinert und Prinz alles für 100%ige Chancen reihenweise vergaben war nicht mehr mit anzusehen! Und nachdem Steffi Jones leider verletzt raus mußte, war das gesamte deutsche Spiel ein einziges Chaos! Viele Flüchitgkeitsfehler und Abspielfehler, auch von Spielern, von denen man das eigentlich nicht gewohnt ist. Besonders die Hintermannschaft war merklich verunsichert, Ariane Hingst übernahm dann aber die Verantwortung. Steffis Verletzung erwies sich als Kreuzbandriss, damit war die WM für sie gelaufen. Steffi flog zusammen mit Bresonik zurück nach Deutschland, um sich operieren zu lassen. Bei der Siegesfeier am Römer war sie dann wieder mit von der Partie. Maren Meinert hatte ein gutes Spiel und zwei schöne Tore gemacht, und ihre Flanke auf Müller war einfach göttlich. Den lupenreinen Hattrick, als sie kurz vor der Halbzeit vergab, hätte ihr wohl Jeder gegönnt. Martina Müllers Tor nach oben genannter Flanke war mindestens ebenso göttlich und zusammen mit dem Tor von Prinz und dem zweiten von Meinert besser als alles, was in diesem Monat für das Tor des Monats zur Wahl stand. Conny Pohlers in ihrem ersten WM-Einsatz machte auch gleich ein Tor, vergab zuvor aber genauso wie der Rest des deutschen Sturms unheimlich viele Chancen. Das Gegentor geht teilweise auf Rottenbergs Kappe, da sie eine Faustabwehr vor die Füße einer Argentinierin brachte.
In einer sehr einseitigen Partie eröffnete Maren Meinert bereits in der 3. Minute mit einem schönen Volleyschuss den Torreigen. Gegen die überforderten Argentinierinnen erhöhten Bettina Wiegmann (24.) in ihrem 151. Rekordländerspiel per Elfmeter, Birgit Prinz (32.) mit einem akrobatische Volleyschuss und erneut Meinert (43.) noch vor der Pause zur sicheren 4:0-Führung. Nach der Pause brachten die Deutschen neue Spielerinnen ins Team, was den Rhythmus etwas brach. Deutschland beließ es dabei, das Spiel zu kontrollieren. Yanina Gaitan gelang in der 71. Minute der Ehrentreffer für die Argentinierinnen, die das Beste aus ihren Möglichkeiten machten. Die eingewechselten Conny Pohlers (89.) und Martina Müller (92.) sorgten für den Endstand.
Die Torfolge:
1:0 Meinert (2.) 2:0 Wiegmann (24., Foulelfmeter) 3:0 Prinz (32.) 4:0 Meinert (43.) 4:1 Gaitan (71.) 5:1 Pohlers (89.) 6:1 M. Müller (90.)
Viertelfinale: Deutschland - Russland 7:1
Somit war nicht nur der Einzug ins Viertelfinale sondern auch der Gruppensieg geschafft! Im Viertelfinale waren dann die Russinnen Gegner des deutschen Teams. Die Bilanz gegen Russland war bis dato eindeutig, trotzdem warnte Tina Theune-Meyer immer wieder. Die deutschen Frauen nahmen ihren Gegner dadurch sehr ernst und erzielten mit einem 7:1-Sieg einen der höchsten Erfogle der Länderpsielgeschichte gegen Russland.
An der deutschen Leistung gab es außer einigen Unkonzentriertheiten im Mittelfeld und Ungenauigkeiten bei Pässen in die Spitze nichts zu mäkeln.
Martina Müller, zum ersten Mal von Beginn an dabei, eröffnete den Torreigen in der 25. Minute. Im zweiten Durchgang folgte dann ein wahres Schützenfest. Sandra Minnert (57.), Pia Wunderlich (60.), Kerstin Garefrekes (62., 85.) sowie Birgit Prinz (80., 89.) sorgten für den völlig verdienten Sieg des Teams von Tina Theune-Meyer. Lediglich Elena Danilova gelang in der 70. Minute der Ehrentreffer.
Die erste Chance für die Deutschen bot sich, nachdem Kerstin Stegemann eine Flanke auf Martina Müller schlug, die quer zum Tor zu Prinz köpfte. Doch der Schuss der Stürmerin wurde abgeblockt (12.). Die Deutschen drückten weiter aufs Tempo, kontrollierten das Mittelfeld und hatten am Ball ein starkes Übergewicht. Stefanie Gottschlich hatte eine weitere gute Chance, die Führung zu erzielen. Aber ihr Freistoß von der russischen Strafraumgrenze flog knapp über die Latte des von Alla Volkova gehüteten Tores (19.). Das Tor für Deutschland fiel, als Maren Meinert einen herrlichen Ball an vier russischen Verteidigerinnen vorbei in den Rücken der Abwehr spielte. Müller war zur Stelle und schlenzte den Ball perfekt platziert in die linke Ecke des Tores (1:0, 25.). Renate Lingor wäre kurz darauf fast ein weiterer Treffer gelungen, aber ihr Heber mit rechts wurde von der Torhüteringerade noch über die Latte gelenkt (28.). Deutschland hielt den Druck aufrecht. Garefrekes durchbrach die rechte Abwehrseite , um einen riskanten Pass von Meinert noch zu erlaufen. Ihr Schuss im Fallen ging nur knapp am Tor vorbei (36.).
Die Deutschen begannen auch nach der Halbzeitpause mit viel Schwung und hätten beinahe ihren zweiten Treffer erzielt, doch Müllers Volleyschuss aus kurzer Distanz wurde noch abgefälscht (46.). Nach einer guten Ecke von Gottschlich war es dann aber so weit. Sandra Minnert stieg am höchsten und köpfte unhaltbar ins Tor (2:0, 57.). Nur wenige Sekunden später folgte das schönste Tor. Gottschlich spielte den Ball sehr gut in den Strafraum, Prinz legte mit der Hacke zurück in den Lauf von Pia Wunderlich, die mit einem harten trockenen Schuss das dritte Tor erzielte (3:0, 60.). Und weiter ging der Einbahnstraßenfussball. Nachdem Prinz einen Eckstoss von Gottschlich abgelegt hatte, schob Garefrekes der russischen Torfrau den Ball durch die Beine zum 4:0 (64.). Endlich kam auch Russland einmal vor das Tor der Deutschen, als die in der zweiten Halbzeit eingewechselte Elena Danilova, einen Schuss auf das deutsche Tor abfeuerte. Silke Rottenberg wehrte den Ball jedoch über die Latte ab (67.). Kurz darauf traf Danilova dann doch. Sie ging nach einem Abwehrfehler von Künzer dazwischen, ließ eine Minnert stehen und schoss den Ball platziert an Silke Rottenberg vorbei ins Netz (4:1, 70.). Danach spielten sich die Deutschen gegen überforderte Russinnen in einen wahren Rausch. Prinz umspielte eine Verteidigerin und schob und den Ball eiskalt an der Torhüterin vorbei zu ihrem fünften Turnierreffer (5:1, 80.). Kurz später brach Gottschlich auf der rechten Seite durch, spielte quer auf Garefrekes, die schoss Ball unbedrängt ins Tor (6:1, 85.). Doch damit nicht genug. Prinz nutzte einen Fehler der russischen Hintermannschaft eiskalt ließ der russischen Torfrau mit einem harten Schuss keine Chance ließ (7:1, 89.)
Die Leistung der einzelnen Spielerinnen:
Rottenberg: beim Gegentor stand sie auf dem falschen Fuß, da war nichts zu machen. Fehlerfreie Leistung. und was auffiel: gute Pässe nach vorne auch mit rechts, die kamen an. Hat sie wohl trainiert. Hingst: Genial. Eindeutig die Beste auf dem Platz. Hinten sicher, immer einen Schritt schneller, sicheres Aufbauspiel, ruhiges Spiel, Impulse nach vorne. Stegemann: Wie immer. Viel gelaufen, sehr bemüht. Sicher, und nur ein Foul. Starke Leistung. Minnert: wuchtiger Kopfball ins Tor, ganz stark gemacht. Auf der anderen Seite aber auch zusammen mit Künzer der Fehler, der zum Treffer der Russinnen führte. Wurde ab und an ein bisschen überlaufen, aber nie so richtig. Gottschlich: gute Leistung, hinten problemlos, viele Bälle zurückgeholt, nach vorne viel gemacht. Teilweise zu ungenau, aber viele Flanken, die Gefahr brachten. Die Eckbälle waren dieses Spiel echt gut. Wiegmann: hat mir gut gefallen, viel in der Defensive gerackert, starkes Pressing, sicheres Spiel. Garefrekes: trotz ihrer zwei Tore hat sie nicht so besonders gefallen. Wenn sie zwei Tore macht, dann ist auch ihre Aufstellung irgendwie berechtigt. Aber die Laufbereitschaft und der Einsatz haben etwas gefehlt, was sonst bei ihr vorhanden ist. Wirkt müde. Ein paar Flanken, aber keine kam an... Meinert: gefiel mir gut, viele Ideen, viel gelaufen, viele Pässe, teilweise richtig geniale Pässe auf Prinz. Nach hinten viel gearbeitet. Künzer: nicht richtig im Spiel. Grober Fehler beim Gegentor, ansonsten unauffällig. Lingor: viel besser als bisher, sie hat es versucht mit den genialen Pässen und teilweise hats auch geklappt. Stand sich nicht mehr mit Meinert im Weg. Auch die Freistöße und Ecken waren gefährlich. Defensiv solide. Offensiv konnte man noch etwas mehr erwarten, aber sie steigerte sich. Odebrecht: Klasse, dass sie spielen durfte... und dann hat sie auch gleich gezeigt was sie kann und Prinz bildsauber bedient. Für 10 Minuten eine 1a-Leistung. Prinz: zu viele Chancen vergeben, und zwar 100%ige Chancen. Zu unkonzentriert. Trotzdem bissig, der Ehrgeiz ist da, und sie hat ja auch getroffen, und zwar klasse Tore, sah toll aus. Auch der Hackenpass auf Wunderlich war klasse Wunderlich: grad drin und schon das Tor gemacht... starker Schuss. Hohes Laufpensum. Gute Partie. Müller: ist die schnell.... stark gemachtes Tor. Immer wieder auf und davon, aber dann kam meist der Pass nicht bei ihr an. Hat für viel Wirbel gesorgt.
Die Torfolge:
1:0 M. Müller (25.) 2:0 Minnert (57.) 3:0 P. Wunderlich (60.) 4:0 Garefrekes (62.) 4:1 Danilowa (70.) 5:1 Prinz (80.) 6:1 Garefrekes (85.) 7:1 Prinz (89.)
Halbfinale: Deutschland - USA 3:0
Die Amerikanerinnen gewannen ihr Viertelfinale gegen Mitfavoriten Norwegen und so stand das Spiel der Spiele auf dem Programm, für viele ein vorgezogenes Finale. Die deutschen Frauen mussten gegen Gastgeber und Titelverteidiger USA antreten. Im deutschen Team jedoch war von Angst nichts zu spüren, man war sich seiner Stärke bewusst. Mit einem konzentrierten, geschlossenem Auftreten konnte man das US-Team besiegen. Und so kam es dann auch. Kerstin Garefrekes mit einem schönen Kopfball schon in der 15. Minute, Maren Meinert und Birgit Prinz mit Kontern in der Nachspielzeit sicherten den großartigen Erfolg für Deutschland. In der ersten Halbzeit war das US-Team überlegen und hatte deutlich mehr Ballbesitz, konnte seine Chancen aber nicht in Tore verwandeln. In der zweiten Halbzeit verdiente sich die DFB-Elf den Erfolg, Birgit Prinz und Bettina Wiegmann ließen dabei sogar frühzeitig gute Möglichkeiten auf eine höhere Führung aus.
Zu Beginn des Spiels entwickelte sich ein Kampf um die Vorherrschaft im Mittelfeld. Zunächst übten die Amerikanerinnen viel Druck aus. Mia Hamm übernahm die Kontrolle im Mittelfeld, vorne schien Abby Wambach ein Garant für Gefahr im deutschen Strafraum. Allmählich nahmen die Deutschen allerdings das Heft in die Hand, spielten selbst druckvoll und erzielten den ersten Treffer. Renate Lingors Eckstoß fand Kerstin Garefrekes, die am kurzen Pfosten stand. Kraftvoll köpfte die große Mittelfeldspie- lerin den Ball unter die Querlatte des amerikanischen Tores, die amerikanische Torhüterin Scurry war chancenlos. Cindy Parlow, Abby Wambach und Mia Hamm begannen, immer beeindruckendere Spielzüge aufzuziehen, aber trotz eines Übergewichts im Ballbesitz und im Angriff konnten sie Silke Rottenberg nicht ernsthaft gefährden. Kristine Lilly hatte die erste wirkliche Chance der USA, nachdem sie einen Fehler der deutschen Hintermannschaft ausgenutzt hatte. Sie drehte sich, schoss aus gut 20 Metern und zwang Rottenberg zu einer tollen Parade (26.). Dann war es Wambach, die den Ausgleichstreffer erzielen hätte können, nachdem sie eine Ecke von Hamm knapp am Pfosten vorbeiköpfte (32.). Kurz darauf hatte Hamm die wohl größte Chance der ersten Halbzeit. Nach einem Steilpass von Wambach versuchte sie, Silke Rottenberg zu umspielen, die sich ihr jedoch entschlossen vor die Füße warf und den Ball sicherte (34.). Maren Meinert hatte kurz darauf das 2:0 auf dem Fuß. Nach einem guten Pass von Wunderlich hätte sie aus kurzer Entfernung fast noch einmal den Ball an Briana Scurry vorbei ins Tor geschoben (44.).
Nach der Halbezitpause konnte sich die US-Verteidigung bei Keeperin Scurry bedanken, die zwei Mal nacheinander Großchancen der Deutschen vereitelte. Nach einem Eckstoß köpfte Prinz aufs Tor, doch Scurry rettete mit einer Glanzparade. Der Abpraller landete bei Bettina Wiegmann, aber wieder war Scurry da, um den Kopfball der deutschen Spielführerin abzuwehren (53.). Die Amerikanerinnen erhöhten nun den Druck, die Deutschen begnügten sich damit, dagegen zu halten und auf Konter zu lauern. Fast hätte sich das auch gelohnt, als Prinz ganz kurz vor der Strafraumgrenze gelegt wurde. Lingors Freistoß ging nur knapp am Pfosten von Scurrys Tor vorbei (67.). Dann lief die eingewechselte Milbrett auf Rottenberg zu und prallte mit der herausstürzenden Keeperin zusammen. Die amerikanischen Spielerinnen forderten verzweifelt, aber erfolglos einen Strafstoß (71.). Rottenberg hatte zuerst den Ball gespielt, wie in der Zeitlupe auch deutlich zu erkennen war. Deutschland blieb bei Kontern stets gefährlich. Fast wäre es Prinz gewesen, die am langen Pfosten zugeschlagen hätte. Bettina Wiegmanns Flanke von rechts erreichte die Stürmerin, doch ihr Volleyschuss verfehlte das Ziel (78.). In den hektischen letzten zehn Minuten des Spiels gelang es den Amerikanerinnen trotz verzweifelter Bemühungen nicht, die stabile deutsche Abwehr zu überwinden. Stattdessen schlugen in der Nachspielzeit die Deutschen zu. Nach einem genialen Pass von Prinz zerstörte Maren Meinert mit einem gezielten Flachschuss die Träume der Amerikanerinnen (0:2, 91.). Meinert revanchierte sich wenige Sekunden später mit einem ebenfalls perfekten Zuspiel auf Prinz, die Torhüterin Scurry überwand den letzten Treffer des Abends erzielte(0:3, 93.).
Das war eine gradniose Mannschaftsleisutng, Nervenkitzel bis zum Ende und perfekte Leistung jeder einzelnen deutshcen Spielerin. Deutschland hatte nicht gewechselt, da eine funktioneirende Einheit auf dem Platz stand. Herausragend war Silke Rottenberg, die mit vielen Glanzparaden und viel Einsatz vor Allem gegen Wambach das deutsche 1:0 festhielt.
Theune-Meyer über das Spiel: „Ich hatte ein gutes Gefühl heute. In den Schlussminuten mussten die USA aufmachen, wir hatten gute Chancen zum Kontern. Silke Rottenberg hat heute fantastisch gehalten, und das ganze Team hat sich super verkauft. In der Kabine war immer Ruhe, und wir waren uns sicher, dass wir es heute schaffen können. Vielleicht war heute die Gelassenheit der entscheidende Faktor im Vergleich zu 1999.“ 1999 war Deutschland im Viertelfinale trotz Führung gegen die USA ausgeschieden.
Spielerinnenkritik:
Rottenberg : 1a, spitze, super Leistung, beste Frau auf dem Platz, vielleicht zusammen mit Stegemann. Eine Unsicherheit, hätte dumm ausgehen können, aber da war ja keine Gegnerin, als ihr der Ball davon flog. Und einmal Glück, als es keinen Elfer gab. Ansonsten immer rein, ohne Rücksicht auf Verluste, völlig sicher bei langen Bällen der USA in die Spitze und den einen hat sie super rausgeholt... weiter so Stegemann : Wahnsinn. Offensiv nicht ganz so effektiv wie sonst, Genauigkeit hat gefehlt. Aber ansonsten Wahnsinn, absoluter Turbo, mal eben an Hingst und Wambach vorbeigesprintet. Hinten sicher, völlig routiniert, fehlerlos. Hingst : ein oder zwei kleine Fehler, einmal hätte ein großer draus werden können, als sich Lilly durchsetzte, aber Rotti parierte. Ansonsten hat sie da hinten alles weggeputzt, viel Übersicht und gute Pässe nach vorne. Drittbeste oder so... Minnert : ist nicht mehr sie Schnellste, das wissen wir, aber ihr Stellungsspiel ist fast unschlagbar. Solide Leistung, keine großen Fehler. Gottschlich : ging etwas unter, war sehr in die Defensivarbeit eingebunden, keine Chance auf offensiven Druck. Trotzdem ordentliche Leistung. Wunderlich : gefiel in der ersten Halbzeit nicht so gut, wurde aber stärker. Hat die Ecke vor´m 1:0 rausgeholt. Später ein paar gute Läufe, ruhiges Spiel. Lingor : viel Kampf, klasse gemacht, mit der Ecke die Vorlage zum so wichtigen 1:0, auch sonst gefährliche Ecken und Freistöße. Musste ganz schön einstecken, hat aber auf die Zähne gebissen. Viel gearbeitet, viele Bälle erlaufen und erkämpft. Gerackert ohne Ende. Und langsam kamen wieder ein paar so geniale Pässe, wie wir sie von ihr gewohnt sind. Garefrekes : viel stärker als gegen Russland, da hatte sie sich wohl nur eine Auszeit genommen. Torschützin mit einem hammerwuchtigen Kopfball nach Ecke von Lingor. Ein paar supergute Flanken und viel gelaufen über rechts. Oft noch zu ungenau, aber das war heute auch nicht einfach. Meinert : Ich wusste, dass sie ihr Tor macht, und was für eines. Und dann bereitet sie auch noch eines vor in genialer Manier. Ein paar typische Meinert-Verrenner in die gegnerischen Abwehrleute nach dem Motto "ich möchte mit dem Ball genau da durch, wo vier Gegnerinnen stehen", aber ansonsten gute Leistung. Wiegmann : ultrawichtig für das deutsche Spiel, defensiv eine Wucht! Was Tien Bälle erkämpft hat mir ihrem Forechecking und ihrem aggressivem Spiel... Hammer. Außerdem hat sie das Spiel oft beruhigt, im richtigen Moment das Tempo rausgenommen. Prinz : ein Tor, eine Vorlage, ein hammerguter Kopfball, der nur mit Pech nicht drin war. Körperlich stark, aber zu weit auf den Flügeln, zu wenig in der Spitze und zu wenig anspielbar. Deswegen kamen viele Pässe in die Spitze nicht an. Trotzdem hat sie ihre Pflicht erfüllt. Die Bank: wurde diesmal nicht gebraucht. Erst dachte ich mir, dass man mit noch 3 möglichen Wechseln viel Zeit gewinnen könnte, aber es war dann doch auch so sehr sinnvoll, denn man hätte mit einem Wechsel auch Unruhe reingebracht, die Zuordnung hätte möglicherweise nicht gepasst für einen kleinen Moment, der zu viel hätte sein können. Trotzdem auch an die Bank die Note 1a, denn wenn man gesehen hat, wie die mitgefiebert haben und ihr Team angespornt haben und geschrien haben, das war spitze, das ist ne Mannschaft. TTM : bleibt genug Zeit zum Feiern wurde sie gefragt, und sie hat gelacht. Habt ihr das gesehen? Sie hat gelacht!!! Und ja gesagt ;-)
Finale: Deutschland - Schweden 2:1 n.V.
Im zweiten Halbfinale hatte sich Schweden gegen Kanada durchgesetzt, so dass es in Carson zu einem rein europäischen Finale kam.
Nach 90 Minuten regulärer Spielzeit stand es zwischen Deutschland und Schweden 1:1. Die schwedische Führung durch Hanna Ljungberg (41.) glichen die Deutschen wenige Sekunden nach der Pause aus, als Maren Meinert (46.) nach Vorarbeit von Birgit Prinz den Ball im schwedischen Gehäuse unterbrachte.
Beide Mannschaften gingen erwartungsgemäß vorsichtig in die Partie und tasteten sich zunächst ab. Europameister Deutschland setzte sich mit einigen Angriffen über die Flügel in Szene. Über rechts zeigte Kerstin Garefrekes einige schöne Flügelläufe. Auf der anderen Seite standen Victoria Svensson und Hanna Ljungberg wiederholt im Zentrum des Geschehens. Svensson zog nach einer unübersicht- lichen Situation von der Fünfmeterraumlinie ab, doch Kerstin Stegemann konnte einen deutschen Rückstand verhindern (23.). Kurz darauf stellte Svensson erneut ihre Gefährlichkeit unter Beweis, doch ihr Schuss aus der zweiten Reihe verfehlte das Ziel (25.). Die Deutschen kamen über Bettina Wiegmann, deren flache Flanke allerdings knapp vor Birgit Prinz zur Ecke geklärt wurde (26.). Dann hätte Malin Andersson Schweden fast in Führung gebracht. Ihren mit Volley aus knapp 23 Metern hätte Rottenberg wohl nicht erreicht, doch der Ball flog knapp über die Latte (30.). Im Gegenangriff setzte Wiegmann Birgit Prinz mit einem Zuspiel in Szene. Die deutsche Stürmerin konnte ihren Schuss jedoch nicht genug platzieren und das Leder flog am Tor vorbei (31.). Prinz wurde nun auffälliger. Sie nahm einen Pass von Pia Wunderlich auf und wollte das Leder an Torhüterin Jönsson vorbei ins Tor zirkeln, doch Jönsson kam mit einer sehr guten Parade noch an den Ball und lenkte diesen über die Latte (36.). Schließlich gingen die Skandinavierinnen in Führung. Hanna Ljungberg erlief sich einen brillanten Steilpass von der überragenden Svensson und schob das Leder an der herausstürzenden Silke Rottenberg vorbei in die Maschen (0:1, 41.). Unmittelbar vor der Halbzeitpause hatte Prinz die Chance zum Ausgleich. Ein flacher Pass von Stegemann kam genau vor das Tor, doch die Torschützenkönigin kam nicht an den Ball (45.).
Nach der Pause dauerte es nur wenige Sekunden, bis das deutsche Team den Ausgleichstreffer erzielte. Prinz leistete die Vorarbeit, ihr Pass landete bei Maren Meinert, die mit ihrem Schuss die schwedische Torhüterin Jönsson auf dem falschen Fuß erwischte (1:1, 46.). Nachdem die Schwedinnen zunächst nicht ins Spiel zurückfanden, übernahmen die Deutschen das Kommando. Prinz hätte fast die Führung erzeilt, als sie eine Flanke von Garefrekes verpasste (54.). Dann war es Wiegmann, die nahe dran. Zuvor hatten die Deutschen noch nach einem Foul an Garefrekes Elfmeter reklamiert, der aber nicht gegeben wurde. Wiegmann behielt die Übersicht, doch Jönsson wehrte mit einer tollen Parade den Ball ab (58.). Ein toller Kopfball von Ariane Hingst wurde von Jönsson abgewehrt (60.). Den Nachschuss konnte Prinz nicht verwandeln. Schweden versuchte, über den Kampf zurück ins Spiel zu finden. Zunächst verpasste jedoch Wunderlich eine Großchance. Prinz scharfe Hereingabe von rechts fand Pia Wunderlich nur wenige Meter vor dem Tor am langen Pfosten, jedoch setzte sie den Ball jedoch über die Latte. Nur wenige Sekunden später zirkelte Stegemann den Ball nur knapp am Tor vorbei (63.). Der Druck der Deutschen wurde stärker, doch erneut war es Jönsson, die eine Großchance zunichte machte. Wiegmann lenkte den Ball mit einem supergenialen Hackentrick weiter auf Meinert, die sich drehte und sofort abzog. Doch die schwedische Torfrau bekam noch eine Hand an den Ball, der daraufhin die Querlatte striff und über das Tor ging (74.). Ljungberg verzweifelte kurze Zeit später, nachdem sie eine große Chance leichtsinnig vertan hatte. Frida Oestbergs Flanke auf den zweiten Pfosten fand sie völlig allein vor dem deutschen Tor. Aber die Stürmerin traf den Ball nicht richtig (81.). Erneut war es Ljungberg, die für Gefahr vor dem deutschen Tor sorgte. Sie umspielte Hingst und Minnert und zog ab, doch ihr Schuss wurde von Rottenberg pariert (83.). Gegen Ende der Spiels häuften sich die Chancen auf beiden Seiten, doch das entscheidende Tor wollte nicht fallen, und das Finale ging in die Verlängerung.
Die Deutschen fanden nach Wiederanpfiff schnell ihren Rhythmus. nach ein paar guten gelegenheiten, die verpasst wurden fand ein zentimetergenauer Freistoß von Lingor Nia Künzer, die mit einem platzierten und harten Kopfball die schwedische Torhüterin überwand und das Spiel entschied (2:1, 98.). Das Golden Goal entschied also zum zweiten Mal nach dem EM-Finale von 2001 ein Finale zwischen Schweden und Deutschland zu Deutschlands Gunsten. Torschützin Künzer über ihr Tor: "Davon habe ich vielleicht vor zehn Jahren geträumt. Wer das Tor macht, ist letzten Endes egal. Ich hoffe, die Zuschauer haben gesehen, welcher Zusammenhalt in diesem Team steckt. Es war dramatisch, aber wir hatten die größeren Chancen und hätten schon in der zweiten Halbzeit die Partie entscheiden müssen.”
Die Beste war heute schwer auszumachen, es wurde Bettina Wiegmann, die schwedische Torhüterin stand ihr allerdings in Nichts nach. Leichter fiel es, die schlechteste zu beurteilen. Das war eindeutig die Schiedsrichterin. Mehrere Abseitssituationen hatte sie korrekt entschieden, jedoch hätte Deutschland sogar zwei Elfmeter bekommen müssen. Und in Schweden munkelt man, der Freistoß auf Künzer zum Golden Goal wäre unberechtigt gewesen. Was sind eigentlich gelbe Karten? Schon zur Halbzeit hätte es mindestens zwei geben müssen. Doch dieses Problem zog sich schon durch die ganze WM, es wurden immer zu wenige Karten gezeigt, und die rumänische Schiedsrichterin krönte dies im Finale.
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